The accursed Second Part: initial thoughts on the ontologies of gender and race in Lego Movie 2

Both The Lego Movie and Lego Movie 2 are consumer-cultural myths working on Liberal fears around the twin threat of total order and total chaos against which the middle classes from the outset have defined themselves as at once rational and creative, as enlightened and romantic antidote, relating those principles (as myths typically do) to gender categories and to categorisations of collective Self and Other. One reason why this fear will not go away that the economic system that sustains these emphatically “middle” classes moves dialectical between ossification and decay (and within the middle classes themselves we find, in regular waves, counter-movements to both, which alternatingly or sometimes simultaneously celebrate absolute order and total destruction – most clearly in fascism)

While the first movie dealt with the fear of absolute order, the second one focuses on the fear of chaos. The struggle for a middle position remains a central concern when in the real world the “cool” capitalism of the creatives, the networkers, hipsters, geeks and freaks has under threat from a new authoritarian alliance between old industries (oil, steel, property magnates) and (so the Liberal imagination) the “White working class”[1], both envisioned as hyper-masculinities putting pressure on the dominance of a more civilised mode of masculinity. (more…)

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Don Camillo and Peppone Reloaded: Father Brown and Comrade Slavoj [text]

 

Update (August 2017) – one text I have overlooked is the very good philosophical reflection on Žižek’s use of Chesterton’s allegorical story by George Fried ‘Where’s the Point: Zizek and the Broken Sword’. I agree with most of what he has to say and would probably have produced a much shorter piece which would have focused more on Father Brown’s methodology.

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This post is not meant to be primarily a critique of Žižek, even though he occupies most of the space in it, but to use him as a contrast to bring out what is worth salvaging from Gilbert K. Chesterton’s form of thinking (though not much of its content). The work of deconstructing Žižek’s political rhetoric has already been done successfully by better writers. “Successfully”, that is, in terms of intellectual coherence and conclusiveness – less so in that Žižek still enjoys huge popularity among the academic Left. My favourite is Adam Kirsch’s 2008 ‘The Deadly Jester’ in The New Republic, despite some unjustified claims about the philosophical traditions Žižek draws on.
Further it should be noted that the parallel implied to the two heroes of Giovannino Guareschi’s Mondo Picolo finds its limit in the fact that both the Catholic priest and the Communist mayor are united in their unequivocal antifascism – which can be said of neither Chesterton (who was tempted by Mussolini) and nor Žižek (who congratulates Heidegger on joining the Nazi Party)

The BBC’s favourite “Marxist philosopher” Slavoj Žižek makes ample use of Father-Brown creator Gilbert K. Chesterton’s witticisms and stories in his grand project, the rehabilitation of the Western politico-metaphysical tradition from the Catholic Church to the Communist Party of the Soviet Union.[1] The title of his magnus opus in political theology In Defence of Lost Causes is taken from a chapter in Chesterton’s What’s Wrong With the World?  where Chesterton suggests that the ‘lost causes are exactly those which might have saved the world’Žižek draws heavily on Chesterton in his reading of Christianity, but the most important thing he gets out of Chesterton is the rhetorical tactic of contradicting obvious truths by way of paradoxical statement. But, while the paradoxes of Chesterton lend themselves to frivolously totalitarian abuse, I will argue that the contrast between the two could not be much greater.

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a quick note on Chesterton (Father Brown) and Zizek (Heidegger, Stalin) [#withoutwords]

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Platon, Lego und der Prosumkapitalismus

DSC03019Varul, Matthias Zick (2015): ‘Kreative Zerstörung als Rückkehr genialer Gewöhnlichkeit LEGO, die Kulturtragödie der Exzellenz und die Expropriation des Brickolariats’ (Beitrag zur Plenum 9 »Die Krisen des Mittelmaßes« – organisiert von Anne Waldschmidt und Hans-Georg Soeffner) in: Stephan Lessenich (Hg.): Routinen der Krise – Krise der Routinen. Verhandlungen des 37. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in Trier 2014.

Die Krise des Mittelmaßes – der call for papers nimmt indirekt auf Aristoteles Bezug, auf sein Ideal der Mäßigung (σωφροσύνη), nach dem tugendhaftes Verhalten immer in der Mitte (μεσότης) zwischen zwei Extremen liege. Und Aristoteles, mit seiner Vorstellung des guten Lebens, des Strebens nach Glück statt Gewinn, sinnvoll-tätiger Muße statt sinnlos-geschäftiger Arbeit, scheint tatsächlich wieder aktuell angesichts eines ständig überhitzten, sich krisenhaft zuspitzenden Kapitalismus – ein Kapitalismus, in dem die Hybris des leistungssteigernden Perfektionsstrebens einerseits zu ausufernder Arbeitslast führt und anderseits zu weitgehender Sinnentleerung angesichts der Lächerlichkeit des Exzellenzkults. Der Rückfall auf das Ideal behäbig-bürgerlicher Mäßigung ist daher durchaus verständlich. Aber es gibt noch einen anderen klassischen Begriff der Mitte – und der hat erstaunlich wenig mit Ruhe und Gelassenheit zu tun, ist aber, das ist meine These hier, für das bürgerliche Selbstverständnis wie für die Dynamik kapitalistischer Entwicklung um einiges relevanter. Für Platon war die Mitte eine prekäre Position. Das Abgleiten nach ganz unten, ins totale Chaos, ist nur durch beständiges Streben nach ganz oben aufzuhalten. In einer Welt, die nach Heraklit nicht nur in Flammen steht, sondern geradezu aus Flammen besteht (Popper 1998: 15ff.), geht es nicht darum, sich vorsichtig zu bewegen, um das Bestehende nicht zu zerstören: Was immer an Form da ist, muss beständig reproduziert, erneut hergestellt werden, damit es Bestand hat.

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substantiell erweiterte englische Version

Die Dornen der Weißen Rose: eine ganz andere Alternative für Deutschland als die der AfD

Vor wenigen Tagen warb die Berliner AfD (“Alternative für Deutschland”) mit dem einem Foto Hans und Sophie Scholl und Christoph Probst für eine ihrer Demonstrationen.

AfD Berlin Screenshot

Wie der Sender RBB berichtet, löste dies (wie wahrscheinlich beabsichtigt) Empörung aus, die sich vor allem über soziale Netzwerke artikulierte. Dass sich, als „verfolgende Unschuld“ (Karl Kraus), rechte Menschenfeinde als Widerstandskämpfer gegen ein repressives System darstellen, ist nichts Neues. Und erst vor Kurzem hat Pegida-Chef Lutz Bachmann eins draufgesetzt indem er Bundesjustizminister Maas mit Nazipropagandaminister Goebbels verglich.

Die implizierte Unterstellung, Rechte würden in der Bundesrepublik verfolgt wie Widerständler unterm Nationalsozialismus ist natürlich lächerlicher Unsinn, vor allem angesichts der Tatsache, dass AfD Politiker/innen sich regelmäßig im öffentlich-rechtlichen Fernsehen verbreiten können und auch Pegida weder in ihrer Meinungs- noch in iher Versammlungsfreiheit nennenswert eingeschränkt werden. Insofern ist das nur freche Dummheit.

Aber es ist und bleibt auch eine ungeheure Beleidigung des Muts, den die Mitglieder der Weißen Rose angesichts eines mörderischen Systems bewiesen haben. Den selbstlosen, von Gewissen und Freiheitsliebe getriebenen Einsatz mit dem Aufmerksamkeit heischenden, interessengetriebenen und menschenfeindlichem Aktivismus von AfD, Pegida und Konsorten zu vergleichen, ist nicht nur anmaßend sondern schlichtweg obszön.

Darüber hinaus muss aber auch daran erinnert werden, wofür die Weiße Rose inhaltlich stand. Sie war nämlich nicht, wie die Gruppe des 20. Juli um von Stauffenberg, ein Sammelbecken von ein paar Demokraten und vor allem von antidemokratischen Rechtsnationalisten (in das der eine oder andere AfD Politiker vielleicht noch gepasst hätte). Die Student/innen der Weißen Rose hatten eine klare Vorstellung davon, wie ein Europa nach Hitler aussehen sollte, und diese ist so ziemlich das Gegenteil all dessen, wofür die AfD steht. Die Gruppe um die Geschwister Scholl wollte ein föderalistisches und großzügiges Europa und einen demokratischen Sozialismus –eine dem Nationalkonservatismus und Wirtschaftsliberalismus der AfD diametral entgegengesetzte Haltung. Das fünfte Flugblatt, das die Aktivist/inn/en der Weißen Rose unter Lebensgefahr verbreiteten stellt klar:

Capture Flugblatt #5

Der Ton der insgesamt sechs Flugblätter schwankt zwischen Pathos und Verzweiflung – die Gruppe appeliert and den Kultursinn ebenso wie an den Überlebenswillen der Deutschen – und Vieles klingt naiv. Aber man muss sich klar darüber sein, unter welchen Bedingungen die Weiße Rose ihre Texte abfasste. Als Kinder aus behüteten evangelischen und katholischen Mittelstandsfamilien waren sie nicht, wie die proletarischen Großstadtjugendlichen, die militante Widerstansgruppen wie die Kölner Edelweißpiraten formten, unmittelbar mit der Brutalität des Regimes konfrontiert. Noch keine Teenager als die Nazis an die Macht kamen, waren sie auch von der Tradition antifaschistisch demokratischen Denkens in der Weimarer Republik abgeschnitten. Ihre politische Analyse bleibt deswegen verständlicherweise etwa hinter derjenigen der linkssozialdemokratischen Gruppen Neu Beginnen oder der Revolutionäre Sozialisten Deutschlands zurück. Umso bemerkenswerter ist es jedoch, dass sie, zurückgeworfen auf die Quellen des deutschen Idealismus und der Weimarer Klassik zu einem klarsichtigen politischen Programm kommen konnten. (Im ersten Flugblatt zitieren sie ausgiebig Schiller und Goethe).

Die Mandarine deutschen “Geisteslebens”, Gestalten wie Martin Heidegger, Carl Schmitt und Arnold Gehlen, unterdessen, blieben vor, während und nach dem Dritten Reich umnebelt vom Traum eines homogenen und irgendwie authentischen Deutschland.