Achalm – montane Ambivalenz

Oben die Ruinen der Burg des württembergischen Landvogts, dessen Ermordung durch die Bürger der darunter liegenden freien Reichstadt Reutlingen den Krieg zwischen dem Herzogtum und dem Schwäbischen Bund auslöste, welcher den Hintergrund Wilhelm Hauffs mildreaktionär-spätromantischer Novelle Lichtenstein abgibt. Umzogen von einem dünnen Gürtel von Besserverdienendenresidenzen sind Berg und Burg heute ein klassenlos-multikultuerelles Ausflugsziel. Auf dem Weg zum Gipfel schnappe ich Gesprächsfetzen auf Deutsch, Türkisch, Russisch und Persisch auf.

Auf der Sonnenseite hauste der aufrechte demokratische Künstler HAP Grieshaber, dessen Holzschnitte auf eigenartige Weise das beste in der bundesrepublikanischen Kultur verkörpern. Auf der Schattenseite liegt der eifrige Nazidichter Ludwig Finckh begraben – der Stein mit einem Sprüchlein versehen “Leben heißt Wandern”, als läge hier ein freier Geist… .

HAP Grieshabers Achalm: http://www.van-ham.com/fileadmin/kuenstler/hap-grieshaber/achalm-1969farbholzschnitt-japan-auf-27-205cm-.jpg

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